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Cuxhaven 2004

Oh Mann, nach den Wettbewerben in Norddeich fieberte ich gerade zu auf die Fortsetzung beim Nordcup2004 in Cuxhaven.
In den letzten Monaten war ich beruflich aber sehr eingespannt, sodas ich kaum Zeit hatte zum Drachenfliegen. Und wenn die Zeit da war, fehlte meistens der Wind oder es hat geschüttet! Na toll, wie soll man denn da seine Pflichtfiguren üben? Dank meiner Hauswiese vor der Tür und etwas weniger Arbeit in der ersten Augustwoche, nebst Wetterverbesserung, konnte ich dann doch noch die eine oder andere Stunde trainieren.

Zwischenzeitlich gab es auch noch Nachwuchs in meiner HighLevel-Familie. Ein (S)UL und ein Standard mit symmetrischem Segeldesign kamen über den Gebrauchtmarkt in meine Drachentasche. Die Drachen stammen wohl ursprünglich aus dem Hause Mehler und das merkt man. Sie fliegen klasse.

Und jetzt ist August und der (Drachen-) Sommer ist da!
Das Wochenende in Cuxhaven naht und ich kann am Donnerstag Abend endlich meine Sachen zusammenstellen. Freitag Morgen wird dann das Auto gepackt und am Mittag geht’s endlich in Richtung Elbmündung. Der Wetterbericht sagt hohe Temperaturen, keinen Regen und guten Wind von 18-28km/h für das Wochenende voraus. Perfekte Bedingungen!

Nachdem ich mich direkt am Wettkampffeld häuslich niedergelassen habe, gibt es kein Halten mehr. Drachen raus und ab auf’s Feld. Es geht doch nichts über einen unverwirbelten, konstanten Küstenwind. Das macht Laune. Bis zum Sonnenuntergang gehe ich nicht von der Wiese runter, dann ist es aber genug und der gemütliche Teil des Abends kann beginnen ...

Samstag Morgen, 8:00 Uhr: Wow! Ich bin nicht der erste auf dem Feld! Aber ich finde noch ein freies Plätzchen zum Einfliegen. Der Wind weht zwischen 10 und 15 km/h, perfekt für meine UL’s. So, der Wettbewerb ist für 10:00 Uhr angesetzt und ich bin Startnummer eins. Aber zunächst gibt es noch das Briefing, welches sich erst etwas verzögert und dann recht lange dauert. Um ca. 10:30 findet dann das Disziplinbriefing statt und anschließend kann es dann endlich losgehen.

Die Pflicht verläuft diesmal besser als in Norddeich. Ich habe den passenden Drachen an den Leinen und komme ohne Ausrutscher durch. Die drei Figuren (Rechteck, Split Figure Eight und Lounch Cirlce Land) gelingen mir (subjektiv) recht gut.  Schön!
Dann endlich das Ballett. Es macht doch immer noch am meisten Spaß zu Musik zu fliegen. Der erste Part des Balletts ist vorüber, alles hat gut geklappt und plötzlich geht der Wind deutlich runter. Und das direkt vor dem schnellen Teil. Na Klasse! Nach kurzer Zeit nähere ich mich der gelben Linie, dann stehe ich auf ihr, und muss noch einmal drei Schritte nach hinten machen bevor irgendjemand den Wind-Schalter gefunden und betätigt hat. Aber derjenige hat es wohl etwas zu gut gemeint und ihn eine Stufe zu hoch eingestellt. Von jetzt auf gleich haben wir Wind um 20 km/h und mein UL ist an seiner ( oder meiner?) oberen Leistungsgrenze angelangt. Ein fliegender Wechsel auf den Standard wäre jetzt nicht schlecht. Aber man soll sich nicht zu sehr seinen Träumen hingeben, sondern lieber alles daran setzten die Realität zu meistern! Das gelingt mir noch ganz passabel, obwohl der letzte Backspinn unsauber war, und ich die Flickflacks sowie den „Abschluß-Mutex“ auslassen musste. Sauber gelandet, fertig, aus. Jetzt beginnt die Lange Zeit des Wartens ...

Der Wind frischt noch etwas mehr auf, sodas die anderen Teilnehmer gegen Ende des Wettkampfs z.T. auf ihre Vented-Drachen zurück greifen müssen.

Zwischenzeitlich darf ich mir noch die Dual-Line-Pair-Präzision als Linienrichter ansehen. Ja, die Jungs können fliegen! Anschließend bringe ich die Fahnen zurück zum Moderationszelt und frage Ilona ob die Ergebnisse der Intermediates schon feststehen. „Ja“ war die Antwort und „Herzlichen Glückwunsch, du bist Zweiter!“  Zack, da war es wieder, das Dauergrinsen in meinem Gesicht. Nach einem Blick auf das Klassement war mir dann klar, der Aufstieg in die Experienced-Klasse ist sicher. Davon hätte ich vor einem viertel Jahr noch nicht zu träumen gewagt. Theoretisch könnte ich  in Melle pausieren. Aber den „Saisonabschluss“ der KCT will ich mir nicht entgehen lassen. Dazu macht das Wettfliegen einfach zu viel Spaß!

Das Beste an dem Ganzen ist, dass es in 18 Tagen schon wieder los geht ...

 

Eins muss ich noch loswerden:
Was die Masters am Sonntag bei Winden am oberen Limit in ihren Balletts geleistet haben, war der Hammer!

Klasse, das Michael ohne Fehler sicher durch kam und seine bisher beste Platzierung, den vierten Platz bei den Masters erreicht hat. Und das Ballett, das Marcel mit seinem JTM da in den Himmel gemeisselt hat, war einfach fantastisch. Ich hoffe der skandinavische Kameramann hat es gefilmt und wir können uns das Video bald bei AERIALIS.COM runterladen!

Allen Piloten ein riesen Kompliment für die super Show!